Sonntag, 14. September 2008

not very british, but indeed ...

Ich bin in Vancouver! British Columbia! Über 4 einhalbtausend Kilometer von Toronto entfernt. 9 Stunden Zeitunterschied zu Deutschland. Die Sonne strahlt vom Himmel herunter und das Thermometer zeigt 25 Grad an. Das Wetter habe ich aus Ontario mitgebracht. Und für die Dauer meines Aufenthaltes hier, soll es auch so bleiben.
Vancouver wird ja gerne unter anderem das Hollywood des Nordens genannt. Die Vancouver Film Studios sind die größten außerhalb der USA in Nordamerika und eben dort wurde meine favourite sci-fi soap opera „BATTLESTAR GALACTICA“ produziert.
Kein Wunder das ich einen der BSG Darsteller auf dem Flughafen in T.O. getroffen habe, der ebenfalls nach Van geflogen ist.


Aaron Douglas, besser bekannt als Galen „Chief“ Tyrol.

Wer schon einmal in Vancouver war, wird mir sicherlich recht geben: what a lovely city!
Das etwas nach 19. Jahrhundert Filmkulisse aussehende Gastown-Viertel mit der dampfenden Uhr an der Straßenecke, das hippe Gay-Westend, das von Boutiquen und Plastic Surgery Clinics geprägte Yaletown, das geheimnisvoll aussehende und an manchen Ecken sehr übel riechende Chinatown. Im Nordwesten der Stadt befindet sich der Stanley Park. Von dessen Seawall hat man eine ziemlich coole Aussicht auf den nördlichen Teil der Stadt und Downtown.



Neben den obligaten Wolkenkratzern und Glassfassaden ist Downtown Vancouver – insbesondere Gastown, leider auch von unzähligen Obdachlosen und Druffis geprägt. Erschreckend ist, wie viele junge Menschen auf den Strassen von einem Fix zum nächsten (über)leben.

Ich bin noch bis Freitag in der Stadt und will ab Morgen die Umgebung Vancouvers erkunden. Am 19ten geht es dann mit der Eisenbahn zurück nach Toronto. First Class by the way ;-))

Donnerstag, 26. Juni 2008

so european

Die Zeitmaschine hat sich weiter gedreht und der Juni verabschiedet sich langsam für dieses Jahr. Kinder, es ist Sommer! Endlich! Lang ersehnt und an superheissen Tagen schon wieder verflucht!
Fußball läuft hier immer 2:45pm und wer gewinnt, der zeigt Flagge. Selbstbewußt und ohne moralischen Auflagen. Gestern waren ja nun die Deutschen the lucky ones.
Eh, im wahren Sinne des Wortes. Schwein muß man haben! Auf dem Weg zur Arbeit habe ich jeden mit deutscher Fahne am Auto angehupt und fröhlich zugewunken.
(Natürlich muß ich mir jetzt Kommentare anhören aus meinem Umfeld, wie ungerecht das alles ist mit dem Fußball und der deutschen Mannschaft.)
Jetzt auf einmal sehe ich, wie viele Deutsche hier überhaupt leben. Vorher ist mir das gar nicht aufgefallen. Ab und an höre ich Leute deutsch reden, was aber selten ist.
Na vielleicht sind das Pendler aus Kitchener, der Stadt die am meisten von deutschen Einwanderern in Ontario geprägt ist.

Jetzt zur Sommerzeit ist T.O. sehr vital und es ist eine Menge los. Letzte Woche war Sandra Bernhard in der Stadt und ich habe mich bestens amüsiert in ihrer Show.
Es macht Spass am See sich die Zeit zu vertreiben oder irgendwo im Sand der Toronto Islands vor den Toren der Stadt zu liegen.

Über das WE werde ich in den Norden aufbrechen. Ein langes Wochenende steht auf dem Kalender und dies gilt es sinnvoll zu nutzen. Mhm, vielleicht mit einer Bärenjagd?

Montag, 17. März 2008

Toronto Maple Leafs vs Buffalo Sabres


Eishockeyspiele heben mich nicht wirklich aus dem Sessel aber mein Chef gab mir letzte Woche Eintrittskarten für das Spiel am Sonnabend. Und hier in Kanada ist das ja neben Baseball der Volksport schlechthin. Also habe ich nicht lange überlegt und mir die Gelegenheit solch ein Spektakel mal live zu erleben nicht entgehen lassen.

Die Toronto Maple Leafs haben ihre Heimspielstätte im Air Canada Centre, die bis zu 20.000 tausend Zuschauern Platz bietet. Dementsprechend waren tausende von Menschen unterwegs an diesem Abend. Die kleinsten Fans der Maple Leafs wurden von Eltern auf den Händen getragen, die ältesten kamen mit Gehhilfen angerollert. Eishockey, ein Sport für jung und alt!

Pünktlich um 7pm kamen die Leafs auf das Eis von tosendem Applaus begleitet, gefolgt von den Buffalo Sabres. Der Spielkommentator bat dann die Zuschauer sich zu erheben um den Nationalhymen der USA und Kanada Respekt zu erweisen. Selbige wurden von einer feschen Blondine auf grünen Teppich stehend vorgetragen. Mir persönlich gefällt die kanadische Hymne besser. Da der Text auf einem Übertragungsbildschirm eingeblendet wurde, habe ich frisch und fröhlich mitgesungen. O Canada! Our home and native land! True patriot love in all thy sons command.

Und dann flitzte der Puck. 3 Halbzeiten je 20 Minuten lang. 2 Pausen je 15 Minuten. Zeitweise hat mich die Atmosphäre und das Spiel an Gladiatorenkämpfe im alten Rom erinnert. Sprechchöre "Go Leafs GO!" erklangen und Namen der Spieler wurden gerufen. Es fehlte nur noch das dem Spieler der Buffalo Sabres, nach einem Treffer im Tor der Maple Leafs, der Daumen nach unten gezeigt worden wäre...

Nach 2 Stunden Spiel, welches ich als ziemlich ruhig einschätze (nur eine Massenkeilerei zwischen den gegnerischen Mannschaften!), haben die Lokalmatadore haushoch verloren. Nämlich 2 zu 6! Am wenigsten wird das die Fans stören. Die werden zum nächsten Spiel wieder kommen und für Stimmung sorgen. Ich vielleicht auch.

P.S. Mike Myers war übrigens auch da. He's actually a huge fan of the Leafs.

Montag, 3. März 2008

Port Loring

Es regnet mal zur Abwechslung. Der Frühling hat sich zum ersten Mal dieses Jahr aus der Deckung gewagt. 14 Grad im Plus umschmeichelt von einem warmen Lüftchen. Spring is coming. Yeah! Denkste!
Für Mittwoch ist der nächste Schnee angekündigt ...

Meinen Ausflug nach Port Loring möchte ich natürlich der werten Leserschaft nicht vorenthalten.
Port Loring liegt ca. 360km nördlich von Toronto. Man hat während der 4stündigen Fahrt ausgiebig Zeit die kanadische Countryside zu betrachten. Mir sind während der Fahrt immer wieder auf Stein- bzw. Felsvorsprüngen "aufgetürmte" Steine aufgefallen. In dieser Gegend sind die Inuit heimisch. Oder waren es wohl zu anderen Zeiten. Jedenfalls nennt man diese Gebilde Inukshuk und sie stellen Hoffnung, Freundschaft und Sicherheit dar. Was für ein Willkommen!

Ich hatte ja eine Unmenge an Schnee soweit im kanadischen Norden erwartet. Was nicht der Fall war. Dieser Winter ist mehr im Süden Ontarios aktiv als im Norden. Während ich mir das Cottage und die Gegend drumherum angeschaut habe, haben die anderen Skidoos und Quads aus der Garage geholt. Nachdem der See auf Eisstandhaftigkeit positiv getestet war, ging es auf 4 Rädern und Schneeketten und bis zu 70km pro Stunde auf und über das Eis.
Ich glaube das Pesen mit solchen Geschwindigkeiten bei Minusgraden übersteht man nur mit Hasskappe auf dem Kopf und Funktionsunterwäsche über dem Hintern. Boah, war es kalt!


Aber schön war es doch!!

Im Winter ist übrigens der Skidoo ein ganz normales Fortbewegungsmittel in der Gegend. Du kannst mit dem Ding bis zur Gasstation vorfahren und dir den Tank füllen.
Im Sommer wird auf den Seen geangelt und im Winter über das Eis geskidoooot.

Am Abend gab es diverse Fressalien, nicht- und alkoholische Flüssigkeiten down by the fire inklusive einem tollen Sternenhimmel!

Sonntag Morgen habe ich mich recht zeitig aus den wärmenden Federn begeben, mit dem Hintergedanken, ob vielleicht tierische Gäste am See anzutreffen sind, die man sonst nicht so oft sieht. Einer war da.



Die Zeit bis zur Abreise gen Süden Richtung T.O. habe ich ausgiebig mit Wettpesen über den See und einem "Quad Ausflug" in die nähere Umgebung verbracht. Es gibt übrigens viele Deutsche und Dänen hier, die sich vor Jahrzehnten in der Gegend niedergelassen haben.

Ich bin gespannt, wie es im Frühjahr und im Sommer in Port Loring sein wird!

Donnerstag, 21. Februar 2008

Total Eclipse Of The Moon

Es hätte durchaus wärmer sein können gestern Abend zur Mondfinsternis! So habe ich eine geschlagene Stunde in der eisigen Kälte gestanden und dieses beeindruckende Schauspiel beobachtet.